Notfall Kampi – Kämpfte um sein Überleben und sucht nun Paten!

11. April 2016 - News, Notfälle, Paten gesucht - 0 Kommentare

Auf das kleine Katerchen Kampi wurde unsere Tierschutz-Kollegin Katharina Anfang Februar im Internet aufmerksam. Ein junger Mann hatte in Katharinas örtlicher Tierschutzgruppe eine herzzerreißende Geschichte geschrieben, wie er einen zweibeinigen kleinen Kater (eigentlich hatte der Kater alle vier Beinchen, aber die zwei Hinterbeinchen waren gelähmt) in seinem Hof gesehen hatte. Das Tier tat dem jungen Mann Leid, so dass er Zuhause ein wenig Wurst holte und ihn gefüttert hat.

Danach ging der junge Mann in Ruhe schlafen, mit dem Füttern hatte er anscheinend sein Gewissen beruhigt, er hat nicht mal daran gedacht, dem zweibeinigen Wesen zu helfen.

Einen Tag später schrieb er also in Katharinas Tierschutzgruppe und ohne zu zögern fuhr Katharina zu dem Haus, wo das Zweibeinchen im Hof wohnte. Leider gestaltete sich die Suche nach dem kleinen Katerchen gar nicht so einfach, denn selbst mit seinen zwei Beinchen war das Katerchen flott genug um der Tierschützerin zu entkommen. Auch das Anlocken mit Futter brachte wenig, denn das Katerchen hatte wahrscheinlich schon schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht … Nach dem erfolgslosem Versuch hat Katharina schnell eine Lebendfalle gekauft, aber es dauerte noch drei lange Tage bis man das Katerchen gefangen hatte, doch der glückliche Moment war viel zu kurz…

Bei näherem Betrachten bekam Katharina, die schon vieles schlimmes Tierleid gesehen hat, einen Schock. Kampi‘s Schwänzchen war gebrochen und hing nur noch an einem Teil der Haut und war fast vollkommen vertrocknet. Die Hinterbeinchen und das Hinterteil wiesen von der ständigen Bewegung auf dem rauen Untergrund schlimmste eitrige Wunden auf.

Die Untersuchung beim Tierarzt ergab, dass Kampi an den Hinterpfötchen gelähmt ist, der Grund dafür wurde bisher nicht herausgefunden, vermutlich wurde ein Nerv im Rücken eingeklemmt, allerdings gab es im Rückenbereich keine Brüche. Das Schwänzchen war schon so vertrocknet, dass es mit einer einfachen Schere vom Tierarzt entfernt werden konnte. Unglaublich, welche Schmerzen diese kleine Seele in seinem kurzen Leben schon ertragen haben musste, weil seine gelähmten Beinchen und sein Po ohne jeglichen Schutz auf dem rauen Boden rutschten und seine Haut abschürften. Dabei war das kleine Wesen gerade mal ca. vier Monate alt!

Ein Röntgenbild hat gezeigt, dass Kampi eine starke Verstopfung hatte. Die kleine Maus konnte sich anscheinend schon seit Tagen nicht mehr selbstständig entleeren und Katharina kam wirklich im letzten Moment, andernfalls wäre das Tier wenig später an einer Vergiftung gestorben.

Nun hatte der Kampf um Kampi‘s Überleben begonnen. Wir alle waren sehr skeptisch, weil der Zustand des Katerchens bei seinem Auffinden wirklich furchtbar gewesen ist, deswegen haben wir auch nicht über ihn berichtet – wir verbreiten nur sehr ungerne schlechte Nachrichten und bei Kampi‘s Zustand musste zunächst täglich mit dem Schlimmsten gerechnet werden. Aber das kleine Katerchen kämpfte wie ein Löwe um sein Leben, deswegen haben wir ihn Kampi (kommt von Kämpfer) getauft. Seit Kampi‘s Rettung sind mittlerweile zwei Monate vergangen und er hat sich sehr gut erholt. Die Wunden an den Beinchen sind fast vollständig geheilt, nur die Wunde am Po macht Kampi noch ab und zu Probleme. Da Kampi‘s Kotabsatz immer noch nicht regelmäßig ist, benötigt er ein faserreiches Spezialfutter (Fibre Response), welches die Darmaktivität anregt. Katharina kümmert sich rührend um Kampi, in ihm steckt ihr ganzes Herzblut. Sie massiert dem Kleinen den Rücken und die Hinterpfötchen und hat bemerkt, dass Kampi bei einigen Bewegungen Sensivität in den Hinterbeinchen zeigt. Das junge Alter und dass eine geringe Sensivität in den Hinterbeinchen vorhanden ist, gibt uns Hoffnung, dass Kampi vielleicht irgendwann bei guter Pflege eine Chance darauf hat, auf allen 4 Beinchen zu laufen.

Zum Charakter von Kampi kann man nur sagen, dass man dem Katerchen ansieht, was es in seinem kurzen Leben schon durchgemacht hat, seine Augen sind selbst bei ausgiebigen Spielen noch oft sehr ernst und traurig. Trotz allem ist Kampi aber auch ein echter Sonnenschein, alle Prozeduren zu seiner Pflege lässt er über sich ergehen. Auch kommt Kampi wunderbar mit den anderen Tierchen auf der Pflegestelle klar und er ist unglaublich intelligent. Mit seiner Schwerbehinderung kommt Kampi gut zurecht und ist ein lebensfroher, lebenslustiger und dankbarer Kater.

Nun zu den Problemen: wie alle gelähmte Katzen kann Kampi seinen Kot- und Urinabsatz nicht selber kontrollieren, d.h. er verliert Urin und Kot spontan. Damit Kampi‘s Blase nicht überfüllt wird, muss sie mindestens zwei Mal täglich bis zur vollständigen Entleerung massiert werden. In Krasnodar gibt es für solch schwerbehinderte Tiere leider überhaupt keine Chance auf eine Vermittlung und wir gehen davon aus, dass Kampi für immer auf der Pflegestelle bleiben wird.

Da unsere Kollegin Katharina außer Kampi noch mindestens 20 andere Tiere in ihrer 2-Zimmer-Wohnung hat, lassen die finanziellen Möglichkeiten kaum zusätzliche Untersuchungen und Spezialfutter-Versorgung für Kampi zu, aus diesem Grund benötigt Kampi einen oder mehrere Paten, die ihm unter seine Pfötchen greifen und ihn monatlich unterstützen. Wer Kampi helfen möchte, kann entweder hier den Patenschaftsantrag herunterladen oder uns direkt kontakatieren.

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